Känguru-Fleisch

Känguru Fleisch – eine Delikatesse oder Hundefutter? Bekanntlich hat ja jedes Land seine kulinarischen Spezialitäten, auf die man immer hingewiesen wird, diese unbedingt zu probieren, wenn man sich in dem Land befindet. Als ich im letzten Jahr meine Schwester in Australien besuchte, war ich also fest entschlossen Känguru Fleisch zu probieren.

Naiv, wie ich war, bin ich auch davon ausgegangen, dass ich dieses unter „Spezialitäten“ auf der Speisekarte finden würde. Ganz zu meiner Enttäuschung war dem nicht so. Auch in den Supermärkten fand ich es nicht. Meine Schwester äußerte sich zunächst nicht dazu. Ein paar Tage vor meiner Abreise, als ich mich darüber beschwerte nach Monaten dort, immer noch kein Känguru gegessen zu haben, versprach mir meine Schwester welches zu kaufen und es zuzubereiten. Ihr Freund war schockiert als er hörte, dass es zum Abendessen also Känguru geben sollte. Was ich nämlich nicht wusste und was mir bis dahin auch keiner gesagt hat, war, dass die Australier gar kein Känguru essen. Für die Australier handelt es sich dabei nämlich nicht um eine Delikatesse. Für sie ist es Hundefutter. Das Fleisch von frei lebenden Kängurus kann man als Mensch gar nicht verzehren, weil es verunreinigt ist. Man muss also das Fleisch kaufen, welches für Touristen, wie mich, die es unbedingt mal probieren wollen, produziert wird. Zu dem Fleisch gab es „country potatoes“ und nach meinem Geschmacksempfinden fügte ich Wildpreiselbeeren hinzu. Einen Versuch startete ich auch mit Apfelmus. Ich habe mich von den Horrorgeschichten nicht abschrecken lassen und ich muss sagen, mir hat es richtig gut geschmeckt. Teilweise war es etwas zäh, das kann aber auch daran gelegen haben, dass es zu lange auf dem Grill lag, da keiner wusste, wie lange so ein Stück braucht, bis es „genießbar“ ist. Mein Fazit: Wer gerne Wild isst, dem wird auch Känguru schmecken. Dann aber bitte kein Wildes essen.

 

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